zur Navigation

Zu Teil 1

Interview mit mir selbst

Was man vielleicht noch so von mir wissen will:

Teil 2

 

Das Logo und die ganzen Zeichnungen, die man hier so findet, zeichnest du selber ?

Ja, ich habe immer schon gezeichnet, meine Eltern bekamen am Ende eines Elternabends immer tütenweise
meine Ergüsse mit dem Hinweis: "Das macht ihr Sohn hier so täglich im Unterricht" überreicht.
Das gab dann natürlich immer schönen Ärger. Im Laufe der Jahre hatte ich mal mehr, mal weniger
gezeichnet, ansich erst wieder richtig, als Sara klein war und sie von mir eigens gezeichnete T Shirts
trug, die eben nur sie so von ihrem Papa gezeichnet bekommen hatte. Auch die Sticker und Designe
meiner TÉNÉRÉ s entwerfe ich selber und setze sie dann natürlich auch echt begeistert um.

 

Hättest du das nicht beruflich machen können, was hattest du ursprünglich gelernt?

Ich bin gelernter Bauklempner, also Blecharbeiten auf dem Dach und hatte kurzzeitig auch mit
meinem damaligen Partner Horst eine Dachdeckerei, mit allem Drum und dran.

Das mit der Zeichnerei hatte ich probiert und auch eine zeitlang gemacht. Als ich mit der Diabetes nicht
mehr auf dem Dach arbeiten durfte, schulte ich um, zum Mediendesigner und habe da auch meinen
IHK Abschluss in Fachrichtung Print gemacht. Danach habe ich noch Kinderlernbücher, wie den
"Schlaufuchs" und die Serie "Lernspaß mit Pfiff illustriert, worauf ich noch immer sehr stolz bin.

Aber so richtig will dafür irgendwie keiner Geld ausgeben, denn die Reaktionen, wenn ich ein kleines
Honorar für die Entwürfez. B. für ein Logo verlange sind fast immer die selben: "Ach, ich dachte, du
malst da sowieso irgend was und ich tue dir damit einen Gefallen...."
HÄÄÄÄÄÄÄÄ ???? Meine Freizeit ist das Kostbarste überhaupt.

Nein, so richtig will da keiner ran, warum, weiß ich nicht, ob es nun POLO, oder auch KEDO ist, für die
ich aber mitlerweile schon mal die XT 500 Tassen mit allen Modellen und Baujahren umgesetzt habe.


Schade, aber vielleicht kommt das ja noch mal, nun wieder zur TÉNÉRÉ.
Warst du denn nun restlos zufrieden, damals mit deiner "Spezial 3AJ"?

Nein, für mich war die Vorstellung von einer Enduro immer noch, ein hoch verbauter Vorderradfender
mit einer zentralen Lampenmaske,
einem hohen Fahrwerk, groben Stollenreifen und meinem
Rallye - Splin geschuldet, einem oben darauf sitzenden riesigen Tank.

Die 3AJ mit ihrer voluminösen Verkleidung und den Doppelscheinwerfern entsprach zwar dem
damals aktuellen YAMAHA Werksrenner Outfit bei der Dakar, ich fühlte mich aber immer hingezogen,
zu den älteren Modellen, die ja diese tolle Optik damals besaßen und populär gemacht hatten.

So erwischte ich mich immer wieder dabei, das ich bei den TÉNÉRÉ Treffen besonders auf die
ganz alten Modelle, der 34 L schielte und immer begeistert war, wenn eine in gutem Originalzustand
auf der Wiese stand und sich in ihrer ganzen Schönheit dar bot - eben DIE, DIE ich zuerst wollte.

Sie war meine erste Liebe, die sich ja, wie beschrieben in Teil 1 nicht erfüllt hatte, eine immer noch
grosse Wunde, die ich aber irgendwann demnächst mal mit dem Erwerb einer Solchen stillen wollte.

Zu Bildern meiner 3AJ

Meine 3AJ in der zweiten Version auf einer meiner Reisen

 

 

Hast du nach einem solchen Modell gesucht?

Nein, es ergab der Zufall. Wir wollten auch mal hier in Berlin ein TÉNÉRÉ Treffen organisieren und
suchten dafür ein geeignetes Gelände. Bei Vorgesprächen, hatte sich der MC Schenkenhorst durchaus
begeistert dafür gezeigt, was sich aber in der heisser werdenden Phase, als absolute Heuchlerei
herausstellte. Als wir im Herbst 1997 das Gelände mit der Cross- Strecke besuchten, traf ich den Andreas H.
zufällig wieder, der mir damals den Kontakt zu Peter F. und seiner 34 L vermittelt hatte, wo ja
bekanntlich nichts draus wurde... . Er fragte, ob wir immer noch so begeistert von den Dingern seien ?

Auch noch heute, bin ich sehr gerne auch weiter weg mit meiner 34 L gut unterwegs

 

"Mehr, als je zu vor, ich suche sogar noch eine ganz alte TÉNÉRÉ zum Wiederaufbauen" entgegnete ich.
Andreas darauf hin: "Kannst du dich noch an "Schwabbel" erinnern, der von damals, der hat seine noch,
steht aber bestimmt seit 5 Jahren im Keller das Teil, mit Motorschaden. frage ihn doch einfach mal".

Ich bekam die Telefon Nummer und rief ein Paar Minuten später bei ihm an. "Mit meiner Blauen fahre ich
doch noch" erwiederte er, auf meine Frage, ob er seine TÉNÉRÉ nicht verkaufen wolle. Er hatte sich in
der Zwischenzeit eine modernere blaue 3AJ zugelegt, aber die meinte ich ja in keiner Weise.

"Nein, ich habe gehört, du hättest noch eine zweite Ältere ... " wiedersprach ich".

Peter: "Ach ja, meine Weisse, die steht seit 5 Jahren im Keller, aber der Motor ist kaputt, wollte ich immer
wieder mal fit machen lassen, aber bin nie zu gekommen ... willste die nich haben, als Teilespender,
oder so Etwas für 500.- DM kannste die haben, dann brauche ich keine Miete mehr für den K
eller zu zahlen."

Ich: "Na ich kann sie mir ja mal ansehen, wenn ich in einer Stunde mal vorbeikommen kann...!"

Meine beiden Begleiter, Bathi und Super Andi flippten bei der verlangten geringen Summe schon fast aus.
Auf einmal wollten sie Alle diese YAMAHA haben, aber ich hatte das ältere Recht an ihr, das viel Ältere.

 

Und ihr seid dann auch wirklich gleich da hin gefahren ?

Natürlich mit flegenden Fahnen, das war doch "MEIN MOTORRAD, meine TÈNÈRE" von damals.
Peter erkannte mich nicht, er schloss den Keller auf und da stand sie, meine alte Liebe.
Sie stand warm und trocken, war nur mit Staub bedeckt, aber ansonsten sehr gut in Schuss.
Sie hatte sogar die mitlerweile legendäre Einmann Sitzbank montiert.

Könnt ihr euch das Gefühl vorstellen - nach über 10 Jahren, stand sie da, die Eine wieder vor mir.
"Ok, ich nehme sie für 500.- DM, wenn hole ich sie aber heute schon ab, nächste Woche kann ich nicht."
sprach ich, als ob ich mir von aussen zu sehen würde, denn ich war im Innern so extrem aufgeregt...

Als wir nach draussen gingen sagte Peter F. plötzlich: "Die wollte vor vielen Jahren schon mal
Einer kaufen !" Ich wirbelte herum: "Ja, der Jenige war ich und wenn ich jetzt nach Hause fahre und wir
den Pickup zum Aufladen holen und du dich dann wieder umentschieden haben solltest, dann bekommst
du aber so richtig Dresche, für heute und besonders für damals, ja besonders für damals - Ich glaube,
das würdest du dann wahrscheinlich nicht überleben !!!"

Er wurde ganz kleinlaut : "Nee, nee, ich kann ja ohnehin nichts mehr mit ihr anfangen..."

Zu Bildern meiner 34  L

Meine 34 L 2016 - Die Rückbesinnung zur Ursprungsoptik ist mir heute wichtig

 

Hat es denn dieses Mal nun endlich geklappt mit deiner "Alten Angebeteten"?

Ja hatte es, ich musste jedoch immer wieder Bathi zur Eile mahnen, da Peter immer noch beim
aufladen hinter uns stand und er doch sichtlich mit sich und seiner Entscheidung haderte.
Als wir in meiner Garage waren, meinte Andreas : "Probier doch mal, ob sie läuft!"
Beim fünften Tritt mit dem alten Sprit im Tank,sprang sie an, die Gute. Hörte sich zwar schlimm an,
das wustte ich ja, das ich den Motor machen musste. Der Peter war nämlich eine Pflegesau - nichts gemacht.
Nach über 5 Jahren Standzeit, lief sie und ein Blick in ihren KFZ Brief offenbahrte noch eine Überraschung:

Unter dem zweiten Briefeintrag fand ich den Namen Michael Gampfer, mein MiGa - dies war sein erstes
Motorrad gewesen, seine erste TÉNÉRÉ, die er sich schon gekauft hatte, bevor er überhaupt einen Führerschein hatte, erfuhr ich später direkt von ihm - was war das für eine besondere YAMAHA, die schon eine solche
Geschichte hatte. Ich zerlegte sie gleich am nächsten Tag, blöderweise, ohne vorher Bilder gemacht zu haben.
den völlig vergilbten Vorderradfender nahm ich mit nach Hause und polierte ihn täglch abends vor dem
Fernseher auf. Zu meiner Frau hatte ich gesagt, das ich sie langsam wieder aufbauen würde. "Ich kenne dich,
die wird bestimmt in aller kürzester Zeit wieder fertig werden" lachte sie und hatte natürlich Recht.

Ich kaufte neue Seitendeckel, da die alten gebrochen waren, für damals 157.- DM.

Ich ließ den Tank neu lackieren, den Rahmen weiß Pulver beschichten, Elektrik neu u.v.m. - sie wurde
ein echtes Prachtstück und begeisterte mich damals auch vom Fahrerischen her völlig neu.
Sie lief viel freier, das Ansauggeräusch war wesentlich lauter, als bei meiner 3 AJ und sie kam
mir soooo unglaublich leicht vor - eben wie ein Viertakt Crosser mit grossen Tank und ich hielt
auch im Gelände immer gut mit z. B. mit Super Andi und seiner KTM Supercompetition Sportenduro.

Darüber staunte so Mancher, hatte ich doch den Zylinder direkt zu WISECO geschickt und auf 627 ccm
aufbohren lassen - zusammen mit deren Slipper Kolben ging sie wirklich, wie die Pest.

Das fertige Produkt, so gefiehl sie mir damals

Ein echter Wikinger auf den Weg in den höchsten Norden

 

Mitlerweile hat sie fast 320.000 km auf dem Buckel und demnächst kommt der dritte Motor rein.
Es wird aber der Letzte sein, denn MiGa und ich werden dieses Mal den Motor auf "Unzerstörbarkeit"
bauen, mit breitem Getriebe, extra kühlende Öleinspritzung für den 5 ten Gang u.v.m.

Das wunderschöne Feeling auf ihr zu thronen bleibt auch nach all den Jahren !
Ein extra tolles Motorrad, MEINE 34 L.

Bei POLO im Laden werde ich ständig gefragt, ob ich die nicht verkaufe - NIEMALS !

 

 

Heute besitzt du aber nun noch eine blaue 86 er 1VJ, die mittlerweile sehr populär ist.
Wie kam es denn nun dazu ?

Ende 2000 hatte ich das Glück etwas Geld, überaschend, von meinem schon bereits 1971
verstorbenen Opa, ausgezahlt zu bekommen. Ich zahlte die Restschulden von meiner Selbständigkeit
davon ab, war so wieder im Reinen und machte mit meiner Frau und den Kindern endlich den
versprochenen Tripp nach Disneyland. Meine Frau fragte mich dann irgendwann : "Und willst du dir nicht
noch irgend einen Wunsch erfüllen?" Ich: "Ja, ich kaufe mich nochmal eine TÉNÉRÉ, eine 1VJ, wie damals,
die ich nicht lange haben dürfte- aber blau muss sie dieses Mal sein und wird genau so aussehen,
wie die YAMAHA Werksrenner von 1985", dem Jahr, was meinen Flitz losgetreten hatte.

"Noch eine TÉNÉRÉ, du hast doch schon zwei", lachte sie.
Aber sie versteht mich einfach immer, eine tolle Frau, meine Gaby!

Also suchte ich in allen möglichen Zeitungen nach angebotenen 1VJ Modellen - aber da wurde nur reiner
Kernschrott angeboten, die Basis sollte schon stimmen. Aber schließlich fand ich im TÉNÉRÉ Forum eine
Anzeige, die mich echt begeisterte: Eine blaue 1VJ völlig neu aufgebaut mit Austauschmotor aus einer
XT 600 E letzterer Generation und gerade mal 7.000 km Laufleistung, einem funkelnagelneuen Tank
und gepulvertem Rahmen. Nur eins machte mir Sorgen: Die Anzeige war ein dreiviertel Jahr alt, ziemlich
unwahrscheinlich, das das Motorrad noch zu haben war. Ich nahm mir ein Herz und rief, obwohl es schon
fast 21.30 Uhr war unter der angegebenen Nummer mal an. Eine nette Frauenstimme war am andere Ende.

Ich gab ihr den Grund meines Anrufs an und fragte, ob die TÉNÉRÉ ja vielleicht doch noch da war...'
"Jaaa, die ist leider immer noch da, weil mein Mann sie im Grunde nicht hergeben möchte, aber wir
erwarten Nachwuchs, 3 Motorräder sind einfach zu viel und das Ding muss jetzt mal weg, aber ich gebe
ihnen den Herrn mal selbst" zeterte es aus dem Hörer nicht mehr so nett, wie vorher.

Der Mann war von dem Grund meines Anrufes nich sehr begeistert, das merkte ich deutlich:
" Ich gebe sie Keinem, der keine Ahnung hat, sie muss in gute Hände kommen, sonst behalte ich sie
und habe hier lieber Dauerstress" brüllte er regelrecht in den Hörer - ihm ging die Sache wirklich nahe.

Ich klärte ihn auf, das ich bereits 2 TÉNÉRÉ s besaß und durchaus "Keine, KEINE AHNUNG" davon hatte.
Da wurde er handzahm, erzählte mir, das er das Moped komplett neu aufgebaut hatte und unter
Anderem den riesigen Plastiktank mit samt dem grossen Heckteil runter geschmissen und verkauft hatte ...
Den MOTO Forms Haupttank und den noch selteren Hecktank ... !!!

Ich erbat sofort auch die Nummer des Gebrauchtteile Futzies, aber die Tanks waren bereits wieder verkauft.
Wen wunderts ???

Dieses Foto schickte mir dams der Verkäufer, danach war die Sache klar: Her damit !!!

 

Er schickte mir Bilder der 1 VJ und sie war, bis auf den Zubehör Kotflügel vorne ein echt schönes Stück.
Die Sache war geritzt, jetzt musste ich im tiefsten Winter nur noch meinen Bathi dazu bekommen, das er
mit mir da mal kurz nach Hagen im Taunus fährt, um die Schöne abzuholen. Ich wand eine List an und
erzählte ihm von meinem Wunsch und das ja zufällig auch genau das TÉNÉRÉ Wintertreffen am nächsten
Wochenende nicht sooooo weit weg von der Abholadresse statt finden würde, wenn wir am Samstag
fahren würden. " Was, nee - da fahren wir schon am Freitag und nehmen das ganze Treffen mit"
überaschte er mich doch ziemlich, mein Bathi, ein ganz lieber und besonderer Freund, auf den ich mich
auch in jeder Situation voll verlassen kann - die Jungs & Mädels bei den Treffen witzeln ja immer über uns,
"Das alte Ehepaar", ich kann nicht mehr wirklich sagen, wie viele tausend Kilometern wir zusammen
abgespult haben. Heutezutage wird ja alles über die Helm Kumunikationsgeräte mit bis zu 12 Leuten
geregelt, die sich da Vollquatschen - Bathi und ich wir sehen es schon an den Blicken, was der andere will.
Für die heutigen "Motorradfahrer" wahrscheinlich unvorstellbar - Aber wir sind ja auch TÉNÉristen...
Das ist eben doch etwas völlig Anderes.

Seit nun mehr 21 Jahren immer zusammen auf Tour, der Bathi und ich

 

Die Schöne mit A. BATH - TRANSPORTE ALLER ART abgeholt im Taunus

So, sieht ein Pickup erstmal kernig aus ... !

Kaum war die schöne Blaue, nachdem sie auch auf dem Treffen für super befunden wurde, bei mir
in der Garage, so begann die Metamorphose zur SONAUTO Replique. Ich konnte den Motoforms
Haupttank noch bei Götz bestellen und der leider mitlerweile untergetauchte Svennie, brachte mir
den von ihm damals organisierten Hecktank auf seiner RD 80 LC mit zum Berlin Treffen, das wir nun
schon zum dritten Mal organisiert und realisiert hatten - DAS WAR ECHT TOLL VON IHM.

Ich baute also langsam genau die Teile wieder an, die der Vorbesitzer aussortiert und verkauft hatte.

Zu Bildern meiner 1VJ

Nach der ersten Überarbeitung, sah die Schöne schon ganz ansehendlich aus

 

In den Jahren musste die Gute so manche Weiterentwicklung mitmachen, aber so, wie sie jetzt
2017 ist, finde ich sie einfach am schönsten - Kleinigkeiten macht man immer mal wieder, aber
wenn ich sie bei Polo so vor meinem Techniktresen stehen habe, bin ich nicht nur in bester Gesellschaft,
nein, ich bin immer wieder völlig begeistert und neu verliebt, genau wie die Kunden, die staunend davor stehen,
wie geil und wunderschön sie doch ist - Den Motor haben wir in MiGas Edelwerkstatt natürlich
auch vor zwei Jahren zerlegt und von Grund auf neu wieder hergerichtet (Motor Reperatur 1VJ) .
Auch meine 1VJ hat mitlerweile über 250.000 km runtergespult - heute hat sie einen reinen Kicker Motor.

Es kam mal vor zwei Jahren ein echter Snob mit weissem Anzug und gleichfabigem FERRARI
mit einem jungen Mann zu mir hinten an den Tresen undofferierte mir, das er seinem Sohn
einen Traum erfüllen wollte. Ich dachte nun eine Auspuffanlage, oder ein komplettes Fahrwerk, nein
die blaue YAMAHA, die vorne steht. "Die ist nicht zu verkaufen" sagte ich ihm. "Es ist alles zu verkaufen,
erwiederte er arrogant. "Sehen sie, heute lernen sie mal etwas Neues !" antworte ich ganz cool.

Man kann eben nicht alles kaufen, in den TÉNÉRÉs steckt mein halbes Leben und das ist unverkäuflich !

 

Zu Bildern meiner 1VJ

Meine 1 VJ heute 2017 in ihrem "Laufställchen" tagsüber bei POLO

 

.... und was wurde aus deiner alten Liebe, der 3 AJ

Beim Treffen 1999 in Hauenstein brach mir im Anschluss der Ausfahrt die Kolbenstange des Federbeins.
mitten zwischen den Zelten saß ich auf einmal direkt auf dem Hinterrad, das war bestimmt ein lustiger
Anblick, aber ich musste ja auch wieder irgendwie nach Hause kommen. Ein Glück besorgte einer der
Jungs von zuhause noch ein Ersatz Federbein, "Der beste Federbeinlieferant aller Zeiten" und so konnte ich
immerhin den Ersatzdämpfer vor Ort einbauen und wenigstens wieder auf eigener Achse zurück fahren.

Da hatte ich plötzlich einen tiefer gelegten Chopper ... !

 

Beim Zerlegen vor Ort vor fachkundigem Publikum, offenbahrte sie jedoch der Grund der Haverie.
Der Rahmen war an der Verbindung zwischen Hauptrohr und Heckausleger rechts durchgebrochen.
Das war ansich das Ende meiner 3AJ, doch der Zufall wollte es dann doch anders.

Der Nachbar meiner Tochter in Stahnsdorf hatte eine weisse 88 er 3AJ im Vorgarten zu stehen,
sie sah aus, wie neu und war es mit einem Tachostand von 6.900 km auch so gut wie.

Ich konnte ihn nach schweren Verhandlungen doch endlich dazu bewegen, sie mir zu verkaufen.
So fanden sich Beide, Tage später in meiner "Frankensteinwerkstatt" wieder, wo ich aus meiner alten
kaputten 3 AJ Teile ausbaute und in die Neuerworbene einbaute und so für Fortbestand sorgte.

Im Nachhinein war es aber ein Fehler, denn ich stand nicht mehr hinter der 3 AJ, die älteren Modelle
begeisterten mich mehr und ich hatte zu dieser neuen 2. Version meiner 3AJ nie die richtige Beziehung.
Als es mir finanziell nicht so gut ging, bat mich meine Frau doch bitte eine TÉNÉRÉ mal zu verkaufen.

Erst meldete ich sie ab und wollte prüfen, ob sie mir fehlte - das tat sie nicht - die 34 L und die 1VJ
waren für mich die besseren und charakterstärkeren Modelle, die mich mehr begeisterten.

Also habe ich sie verkauft, leider an den Falschen, aber das kann man vorher nie wissen.
Meine beiden Töchter, werfen mir das heute noch vor, das ich ja die schöne Dicke verkauft habe.

So beendete ich nach 19 Jahren das Kapitel 3AJ.

War ich damals stolz, meine beiden Schätzchen

 

Deine Frau fährt auch Motorrad, schon als ihr euch kennen gelernt habt?

Nein, zuerst war sie schwanger mit unser Sara und kurz danach, als wir mal einen Babysitter hatten,
machten wir zu zweit eine schöne Tour auf der 3AJ, wonach sie mir dann mitteilte, sie wolle
auch einen Motorrad Führerschein machen - den PKW Schein, hatte sie schon. Ich lachte, denn alle
meine bisherigen Freundinnen hatten das schon gesagt - aber keine davon hat ihn bis heute je gemacht.

Gaby war da anders, ich war im Grunde dagegen, denn ich hatte auch schon einige der übelsten Schatten-
seiten des Motorradfahrens miterleben müssen, es ist und bleibt unumstritten gefährlich - heute noch mehr,
mit den Ganzen Handyjunkies, die ja mehr im besseren Fall mit Telefoniere, im schlechteren Fall mit
Schreiben, an die Cumunity, beschäftig sind, wie ihr morgendlicher Stuhlgang war. Ich sehe es jeden Tag
von oben, aus dem Sattel der TÉNÉRÉ runter _ Jeder Dritte spielt mit seinem Handy rum.

Gaby wollte unbedingt und so bezahlte ich einfach mal bei meinem Bekannten Charlie, wo auch Horst
seinen Schein gemacht hatte, den Grundbetrag mit Theorie incl. Vorstellung zur Prüfung und schenkte
das meiner Frau zum Geburtstag. Als ob ich eine Lawine losgetreten hätte, büffelte sie Theorie, sogar
am Strand in Italien und bestand die theoretische Prüfung auf Anhieb mit null Fehlern - ich war baff.

Sie hatte schon so manche Fahrstunde hinter sich, als ich einfach mal zu Charlie fuhr und ihn fragte,
wie sie sich denn machen würde. " Die fährt richtig gut, hat keine Angst und auch die Übungen macht
sie super - die beste Frau, die ich seit langem hatte. Komm doch mal heimlich zum Übungsplatz vor dem
Olympiastadion und sieh es dir an" sagte er. Das tat ich, natürlich heimlich, denn sie hatte mich vorher
schon mal gewarnt, da bloß nicht aufzukreuzen. Ich konnte also selber sehen, wie wirklich gut sie fuhr.

Irgendwann rief mich Charlie dann an und sagte mir, das wir am Sonntag die 5 Std Belastungsfahrt
machen würden und ob ich nicht mitkommen wolle. Ich wollte, Charlie war scheinbar angepiekst, beim
Anblick meine TÉNÉRÉ und holte für sich selbst seinene BMW R 100 Paris - Dakar aus dem Schuppen,
Gaby fuhr so einen kleinen Kawasaki Chopper, mit 27 PS - damals war das so beim Stufenfüherschein.

Wir fuhren wirklich sehr tolle Strecken auf der Landstrasse, bis Charlie auf einmal übermütig immer wieder
auf die kleinsten Feldwege abbog - wir hatten unseren Spaß, aber Gaby... "Die kann das, keine Sorge"
beruhigte er mich, ich hatte aber ein schlechtes Gewissen, doch wenn ich in den Spiegel sah, blieb sie trotzdem
immer wacker hinten mit etwas Entfernung dran. Wenn Die so toll fährt, dann bekommt sie von mir
auch ein Motorrad geschenkt, dachte ich sofort. Natürlich eine Enduro und natürlich von YAMAHA, was sonst.

 

Gaby und ihre XT 350 Spezial

 

Und was für ein Motorrad hast du dann für sie organisiert ?

Wie das ja oft mit Frauen so ist, sind sie nicht soooo sonderlich groß, es war also schwierig für meine
Kleene eine passende Enduro, im besten Fall eine XT zu bekommen. Die XT 350 war die beste Alternative.
Sie war aber schwer zu bekommen damals in Berlin, aber ich hatte eine schöne weiß/ rote 350 er aufgetan
und auch schon angezahlt, da sagte sie mir, so nebenbei, das ihr Motorrad auf jeden Fall schwarz sein
wird ..... . Ach herrje, also die weisse XT wieder abgesagt und Geld abgeholt - ein Glück war der Typ nett.

Eine schwarze 350 er - das war nun wirklich schwierig. Auf unserer Baustelle entdeckte ich eine zwei
Wochen alte "Zweite Hand" die Flohmarktzeitung damals in Berlin, darin hatte jemand eine schwarz/ gelbe
XT 350 mit 14.000 km angeboten - ich rief sofort an: " Ja, aber wir fahren morgen in den Urlaub" sagte
die Stimme. Wir einigten uns, das ich sie mir sofort nach Feierabend angucken kommen würde und sie
dann am nächsten Tag morgens abholen würde. Die Schwarze war wunderschön, super gepflegt, kein
vergleich zu der Weissen, die ich vorher auf jeden Fall noch hätte aufhübschen müssen - aber das
war ja auch so geplant gewesen, Gaby hatte ja ihre praktische Prüfung erst noch vor sich.

Die Schwarze konnte und wollte ich ihr einfach nicht verheimlichen. Wir versteckten morgens meine 3 AJ,
denn sonst wäre meiner Lady das ja aufgefallen und fuhren zu zweit auf Horst´s TÉNÉRÉ die 350 er abholen.

Es war ein Kampf, jeder von uns wollte die Kleine fahren, denn die XT 350 ist sehr quwirlig und leicht.
Sie machte riesig Spaß. Damit Gaby nicht gleich etwas merkt, schoben wir die Motorräder von hinten durch den Park in unsere Strasse, ich schmückte sie und war sooo aufgeregt, als ich unten an der Klingel drückte.

"Komm bloß mal runter, das musst du sehen, die haben meine ganze TÉNÉRÉ mit Gaffity besprüht" log ich.

Barfuß in Espandrillos flog sie die Treppen runter, rannte zum Parkplatz ... und da stand sie, ihre XT 350 !!!
Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut, was das für ein Gefühl war - unbeschreiblich, wie sie da so fassungslos
stand und mir, mit Tränen in den Augen, um den Hals fiehl - DAS WAR ECHT IRRE, eine der besten Sachen,
die ich je gemacht habe. Und dann kam sie zu meinem Schreck auch bei der 350 er nicht richtig mit beiden
Beinen auf den Boden. Aber ich schob etwas die Gabel durch und ließ die Sitzbank abpolstern, dann paste sie.

So stand sie damals auf dem Parkplatz und wartete auf Gaby

Das war ja so irre, was für eine tolle Aktion, das war !

 

Natürlich wurde sie dann irgendwann schwarz/ violett, in ihren Lieblingsfarben, bekam einen grossen Tank,
einen Sebering Endtopf und einen extra angefertigten Edelstahlkrümmer von Leiro - sie war bildschön.

Auch auf Reisen machte die "Kleine" mit der "Kleinen" immer eine gute Figur

 

Gaby flitzte mit ihrer XT 350 durch die Gegend und perfektionierte auch bald das leidige Antreten der Kleinen.
Sie kam mit zu vielen Treffen, wir verreisten mit Ihr, auch nach Skandinavien, sie fuhr offroad in Schweden
und liebte ihre Kleine sehr. Sara saß bei mir hinten auf einem, damals noch völlig neuem Kindersitz drauf
und wir machten viele tolle Touren und Urlaube, als Motorradfamilie, wie sie uns immer nannten.

Sara auf ihrem Lieblingsplatz mit Kindersitz hinten drauf bei Papa

 

Über 44.000 km hatten wir die wackere kleine XT 350 Gaby Spezial, sie hatte, bis auf einen
defekten Ansaugstutzen nie irgend welche Weh Wehchen, bis sie bedingt durch die fehlende Power bei
längeren Reisen mit Gepäck einer XT 600 E weichen musste. Ich gab sie nur sehr schweren Herzens ab.

 

Gabys erstes eigenes Motorrad, ihre XT 350 Bj 1988 ...

... und später mit ihrer XT 600 E 3TB, die sie bis 2014 fuhr

 

Heute fährt Gaby eine YAMAHA MT 07, in die sie sich beim ersten Anblick sofort verliebte, zuerst war
ich schon sehr erstaunt, das jetzt auf einmal die auch speziell umgebaute Gaby 3TB weg musste und sie
den neuen Zweizylinder wollte, der ja auch noch zu der Zeit und in ihrer fokussierten Farbe ausverkauft war.
Aber ich klemmte mich bei POLO an den Rechner und konnte schließlich eine anthrazit farbende MT 07
auftun und sie mit Bathi (BATH TRANSPORTE ALLER ART) wieder mal auf einen Sonntag beim Händler abholen.

Sie fährt noch mehr Motorrad, als vorher und hat richtig Spaß mit ihrem "Raketenfahrzeug", wie ich immer
sage. Oft holt sie mich auch abends mit der MT bei Polo von der Arbeit ab, das hatte sie mit der 3TB nie
getan. Ich bin also sehr happy, das sie so einen Spaß mit dem Ding hat, obwohl es ja nun keine XT ist.

Gaby mit ihrem neuen "Raketenfahrzeug"

 

Wie bist du zu den "TÉNÉRÉ Treffen gekommen, die du ja auch noch heute besuchst?

Es gab in Berlin Reinickendorf einen kleinen, aber feinen Motorradladen, der zwar nicht Alles hatte,
aber sehr engagiert Vieles schnell besorgen konnte, wie z.B. meinen grossen Tank von MOTO FORMS.

Hier trafen Horst und ich eines frühen Abends den Andreas Bath, ich hatte seine 1VJ schon oft auf
der Mahn und Gedenkfahrt gesehen, wo er im Kreise von mehreren wunderschönen TÉNÉRÉs immer für
viele Hingucker sorgte, unter ihnen war auch MiGa und Olaf, die mit ihren Edelteilen gerne öffentlich glänzten.

Diese Truppe war immer zu den TÉNÉRÉ Treffen gefahren, hatte sich nun aber aus verschiedenen Gründen
etwas zerfasert bzw aufgelöst - Andreas suchte neue Mitfahrer und Horst und ich waren gleich total begeistert.

Horst und ich hatten in unserer eigenen Firma sehr viel gearbeitet, fast 1,5 Jahre ohne Pause,
die wir jetzt aber auch dringend mal brauchten und ein Paar Tage hatten wir Luft - Da fahren wir mit !

1996 auf dem Weg zu unserem ersten TÉNÉRÉ Treffen

 

Und was war das für ein irrer Moment, als wir nachts auf der Wiese standen und die Menge der
"Dicken Kühe" um uns herum stehen sahen- hatte ich vorher mal Eine hier und Eine da gesehen,
so waren hier jetzt unzählige Exemplare in verschiedensten Ausführungen um uns herum.

Ich kam mir damals vor, wie im gelobten Land, noch dazu gewann ich dann noch den Preis für
"Die schönste TÉNÉRÉ" gleich beim ersten Mal, was viele Berliner schon seit Jahren probiert hatten.

Auf der heiligen Wiese: Horst´s und meine 3AJ



Auch noch heute sind es für mich immer die schönsten Tage im Jahr, wenn wir in einer tollen Truppe,
mit Bathi, Ille, Norbert, Uwe, Marcel, Thorsten, Fischie, Thommi und manchen anderen lieben Mitstreiter
zu unseren geliebten Treffen unterwegs sind - die Freundschaft und Leidenschaft, die wir seit mitlerweile
22 Jahren teilen verbindet uns und hat mir so schöne Erlebnisse geschenkt, die ich nicht missen möchte.

Es ist eine ganz kleine Gruppe, von Menschen, in deren Brust, der gleiche Rythmus schlägt, diese TÉNÉristen.
Nette, liebe und hilfsbereite Spinner, die eben nicht so sind, wie die Masse der dummen Oberflächlichen.

Viele treffe ich nun schon seit Jahrzehnten, wie Detlef, Thönnie, Mario u.v.m. - sie gehören zu meiner Familie.

Ja, das hört sich geschwollen an, aber gerade in letzter Zeit, wo gesundheitlich, als auch altersbedingt
immer mehr "aufhören", vermisse ich deren Gesellschaft schon sehr deutlich - Ich hoffe, ich kann,
auch wenn ich selber auch nicht mehr so richtig fit bin, noch zu einigen schönen Treffen fahren.

 

Was heisst das: "Nicht mehr richtig fit" ?

Ich habe nun schon seit 1991 Diabetes und bin damit auch immer gut klar gekommen, ich bin kein
"Jammerbruder", der sich da völlig rein steigert und sich nur mit diesem Mist beschäftigt - ich hasse Ärzte!
Ich habe mein Leben immer gelebt, wie ich es wollte und bin nur wenige Kompromisse eingegangen,
ob es wundeschöne, tolle Reisen auf der TÉNÉRÉ waren, oder geile Offroad Abenteuer in jeglicher Form.

Vieles davon hätte ich laut der Ärzte nicht machen dürfen - drauf gesch... habe ich immer gesagt!
Laut deren Vorraussage, habe ich heute 2017 mein Verfallsdatum bisher um genau 10 Jahre überschritten.


Aber in letztere Zeit ist der körperliche Verfall bedingt durch die Langzeitschäden doch sehr drastisch zu
spüren und zu sehen, ich, der ja gerne über so Etwas drüber weg geht, muss es mir in diesem Moment
doch selber eingestehen, das nicht jede Prophetzeiung der Herrn in den weissen Kitteln, übertieben war.
Gerade bei sehr langen Fahrten, habe ich doch auch schon einige Probleme.

Ich will hier nicht auf Einzelheiten eingehen, denn ich bin kein "Jammerbruder" und ich bereue NICHTS !
Ich werde meinen eingeschlagenen Kurs weiter verfolgen, bis es eben nicht mehr geht.

Das Schlimmste für mich wäre, wenn ich irgendwann nicht mehr fahren könnte.

Aber Schluss damit - Themenwechsel !!!

 

Dein Job bei POLO ist dir ja irgendwie auf den Leib geschneidert.
Wie bist du dazu gekommen und was macht dir da Spaß ?

Ein alter Freund Frank K. hatte mich schon vorher öfters gefragt, ob ich nicht zu POLO kommen würde,
ich hätte doch so viel Erfahrung, technische Routine im Schrauben und wäre bekannt in der Motorradszene.

2011 überwarf ich mich mit meinem damaligen Chef und ging spontan mal auf den Samstag beim POLO Shop
in Reinickendorf Probe arbeiten, wo mein Freund stellvertretener Filialleiter war. Sie wollten mich sofort
und so fing ich im Juli 2011 im Technikbereich an. Bernard V. vom YAMAHA Zentrum Berlin hatte mich gewarnt,
das 95 % der Biker einen gehörigen Dachschaden haben, aber das wollte ich damals natürlich nicht glauben -
heute kann ich das unterschreiben und habe mitlerweile auch ein anders Bild von Motorradfahrern.

Natürlich macht es mir Spaß interessierten netten Kunden mit meiner nun 32 jährigen Motorrad Erfahrung
zu helfen (OHHH GOTT BIN ICH ALT !!), oder zu beraten. Da bin ich doch irgendwie zu Hause in der Technik.
Ansich gibt es ja wenig technische Probleme und Finessen, die mir in irgend einer Form noch nicht schon
begegnet sind. Schon so manchen Mopedfahrer konnte ich helfen, sie sogar auf dem Parkplatz zu reparieren.

Neulich half ich zum Beispiel einem Durchreisenden, seine Elektrik wieder in den Griff zu bekommen.
Er hatte das POLO Schild gesehen und war Hilfe suchend kurzerhand bei uns ran gefahren - Nichts ging mehr.
Ich fand nach Demontage der Sitzbank das durchgescheuerte Kabel am Batteriekasten und verlegte ein Neues.
Beim Abschied, als er gerade vom Hof fahren wollte, hielt er noch mal kurz und sagte zu mir:
"Ingo, du kommst auf jeden Fall in den Bikerhimmel".
Das fand ich echt klasse.

 

Kannst du dort auch deinen TÉNÉRÉ Wahn ausleben ?

Ich habe das Glück, das ich da von der Leitung her, sehr viel Unterstützung erfahre und man so manches
Auge zudrückt, so stehen meine Schätzchen genau vor meinem Technik Tresen, eben die, mit der ich kam.
Morgens mit ihnen rein gefahren und zum Feierabend dann wieder rausschieben, die Guten - einfach Spitze.
Dafür an dieser Stelle auch mal ein ganz grosses Dankeschön an meine Chefin Christina P.

So sieht das täglich bei mir an der Arbeitsstelle aus. Ich bin in bester Gesellschaft

 

Deine Motorräder stehen im Laden bei POLO ?

Dafür war mein damaliger Regionalleiter verantwortlich, als ich meine Blaue bei Starkregen mal kurz in
den Vorraum stellte, wegen der Alcantara Sitzbank, blieben haufenweise Kunden davor stehen. Als dies
mein Regionalleiter Herr I. sah, sagte er kurz und bestimmend : "Herr Löchert, sie schieben ihre Prachtstücke
bitte jeden Tag in den Laden, als Eyecatcher", was ich natürlich gerne tat. Aber die Leute sind so frech,
das sie, obwohl ein Schild: "BITTE NICHT ANFASSEN, ODER AUFSITZEN - PRIVATEIGENTUM !"
auf der Sitzbank liegt, scheinen die Menschen heute einfach nicht mehr lesen zu können, oder zu wollen.
Sie nehmen dreist das Schild von der Sitzbank runter und versuchen sich auf meine Babys zu
schwingen bzw haben mir auch schon bei meiner 660 er die fest montierte Makrolon Schutzscheibe
vor dem Scheinwerfer bei laufendem Betrieb abgebaut und geklaut. Seit dem stehen sie bei mir hinten.

Man kann, glaube ich doch deutlich sehen, das ich hier arbeite ...

 

Aber auch da schreckt der POLO Tourist nicht davor zurück, Hand an meine Ladys zu legen. Vor einiger
Zeit, war ich in der Spätschicht gerade angekommen, wollte aber meinem Kollegen noch in voller Montur
helfen den Kundenanstrom zu bändigen, als ich beim Zündkerzen raussuchen dauernd das "Schnatzen"
meines Gasgriffes hörte, rief ich den Typen an: "Hey, kannst du nicht lesen, das ist meine, Finger weg"
Er darauf: "Na klar, die steht doch hier nur rum, man sieht doch an den Reifen, das die nicht gefahren wird"
Ich: "Na, dann fass doch mal an den Motor" mein Kollege David bekam sich schon fast nicht mehr ein.
Da legte der kleine Klugscheisser seinen Handrücken genau gegen meinen DEVIL Edelstahl Leistungs -
Krümmer .... ACH WAR DAS EIN FEST, von den Verbrennungen hatte er bestimmt noch lange etwas.
Wie sagt man: "Wer nicht hören will, muss fühlen", denn der Krümmer war noch richtig heiß !!!

Aber bei den normalen Menschen und Kunden kommen meine TÉNÉRÉs immer sehr gut an, das macht
natürlich dann sehr viel Spaß und bringt nette Konversationen. Mitlerweile kommen die Leute von
weiter her, weil sie extra zu mir wollen, oder, wie bereits öfter vorgekommen, weil sie mich mal
kennen lernen wollen. Aus England, Tschechen, Italien und gerade vor zwei Wochen kam ein Profi
Golfspieler aus Kapstadt, der auf einem Zettel die Sehenswürdigkeiten von Berlin vorgemerkt hatte,
wo er auf jeden Fall während seines Besuches hin müsse. Da stand an dritter Stelle "INGO POLO TÉNÉRÉ".

Er war ein super netter Kerl, der mich dann auch noch ein zweites Mal besuchte.

Natürlich zieren den Bereich um meinen Techniktresen auch so manches geile Bild von dieser Website
und früher hatte ich noch einen selbst geschnittenen Paris Dakar Film, auf einem Presentations Bildschirm
zu laufen - immer Samstags und natürlich nur Motorradszenen von 1984 - 1998 - da blieben auch Viele
stehen und bestaunten unsere Helden von einst, mit denen im Grunde die Leute heute nichts mehr verbinden.

Tja, ich habe mich da, um es mal kurz zu sagen schon ganz schön breit gemacht und jeder Endurist, oder
auch TÉNÉRist weiß nach kurzem Aufenthalt, wo er da hin gekommen ist- im Schaufenster steht ja auch die XT.

Heute wieder mal die 660ér - Abwechslung muß schon sein

 

Sind denn die Motorradfahrer heute anders, als damals in den Achtzigern?

Auf jeden Fall, die meisten Kunden wissen ja heute nicht mal mehr genau, was sie für ein Modell fahren.
Neulich Er: "Einen Ölfilter für die KAWASAKI bitte". Ich: "Ja für welches Modell denn" Er : "Für meine
Kawa" Ich: Tja da bräuchte ich schon etwas mehr Information, es gibt Unmengen von KAWASAKI
Modellen, wieviel Kubik, die Typbezeichnung wäre auch nützlich und welches Baujahr ?" Er: "
Ach, sie wollen mir also gar nichts verkaufen ?" Ich beschwichtigend: "Das wäre das gleiche, wenn
sie zu VW gehen und einen Ölfilter wollten, da fragt man sie auch nach Baujahr und Typ und sie
würden dann im Gegenzug antworten: "Ja der ist tiefergelegt und schwarz", hoffe ich auf Verständnis.
Aber weit gefehlt, denn dann kam die geilste Antwort überhaupt: "Ja, die ist grün !" Da war ich fertig.

Die Leute heute kennen ihre Kisten auch gar nicht mehr, schrauben auch nicht mehr, sondern lassen
Schrauben. Gerade bei italienischen Mopeds, sind öfters unterschiedliche Bremssättel verbaut, aber
die Vorlage beim Kunden zur optischen Identifikation kann man sich im Grunde sparen "Keine Ahnung"!

Wenn sie schon auf LED Blinker wechseln und das dritte mal anrufen, warum da nichts geht - "Habe ich
doch über euch im Internet bestellt und jetzt gehen die so schnell !", sind sie schon die Helden der Saison.

Und wenn einer mal schraubt, dann kann es verheerend enden, wie der Typ, der mir seine erst vor 2 Tagen
erworbene Kupplung auf den Tisch knallte und meckerte: " Kein Druckpunkt, die müssen falsch sein".
Ich nach kurzer Sichtung: "Und die hast du so eingebaut ?" "Ja, natürlich", erwiederte er stolz.
"Und wo hast du denen Metall Stahlscheiben gelassen, die jeweils dazwischen gehören?" Er ganz blaß:
"Die alte Scheisse habe ich komplett weggeschmissen !" - Na herzlichen Glückwunsch !!!!

Ich komme mir heute oft igendwie, wie ein Dinosaurier vor, für den eben nicht das Wichtigste ist,
wo und wie sein Handy nun am Motorrad bestens untergebracht ist, um es Gassi zu fahren.

Jeder 3 te Kunde fragt mitlerweile nach einer Handyhalterung und nur in den seltensten Fällen,
um es dann auch wirklich als Navigationshilfe zu nutzen - "Man muss es sehen können" - NATÜRLICH !


Du bist ja ein bekennender und bekannter BMW und besonders GS 1200 er Hasser.
Warum ist das so, das muß doch einen Grund haben, denn die Bayern waren ja
auch mal mit ihren Enduros sehr erfolgreich bei der Rallye Paris - Dakar ?

Die alten Boxer Enduros und besonders die Paris - Dakar Modelle hatten ja auch noch echt Etwas.

In erster Linie finde ich, das BMW bestimmt sehr innovativ ist und ständig neue Entwicklungen
auf den Markt bringt, dabei ist es natürlich reine Ansichtssache, ob man Alle so schön findet.
Aber diese Neuentwicklungen, bei denen die praktische Erprobungszeit mitlerweile um die Hälfte
gekürzt wurden, stecken voller Mängel, ob es nun elektronischer oder mechanischer Art ist.

Der Kunde ist, übertriebener Weise, der Crash Test Dummie und bekommt zuerst immer: "Das hatten
wir ja noch nie" zu hören, was sich aber spätestens nach der nächsten Rückrufaktion als Lüge offenbart.

Es gibt kaum einen Hesteller, der so viele Mängelrückrufe hat, sei es denn die platzenden Motoren der
R 1000 RR, über defekte Getriebe in der 1200 er GS, brechende Federbeine bei den Luxus Reisemonstern,
oder gerade wieder, wie bei brechenden Gabeln der GS im Offroadbetrieb, was sie ja ansich schon durch
ihren Namen bedingt, können müsste. Jüngst erzählte mir ein Bekannter, mit dem ich früher öfter gefahren
bin, das er in Marokko, mitten in den Geröllfeldern ein tiefes Schlagloch übersehen hatte und sich
mit seiner fetten 1200 ér Wasser Adventure GS überschlagen hatte. Front völlig zertrümmert und
Heck abgerissen, war die Schnelldiagnose. Da er sich auch etwas an der Schulter getan hatte, wollte
er nun einfach nur zur Unterkunft zurück, aber NEIN, NEIN, das Kennbussystem sagt NEIN - kein Licht !
Deshalb springen dieses Drecksteile dann nicht mehr an ? Wie bescheuert ist das denn, bei einer Abenteuer
Enduro - das Abenteuer besteht also darin sich so einen Schrott gekauft zu haben, der dann im Ernstfall
streikt - Ansich, wenn er jetzt alleine unterwegs gewesen wäre, hätte er das Teil nur auffressen können.

Aber die deutsche Service Nummer findet man schnell unter der Sitzbank - EIN GLÜCK !

Die 1200 er GS hat kein einziges Notlaufprogramm in ihren elektronischen Eingeweiden !

Zum Zweiten sind es die Leute, die diese "Reisenduros" fahren - also die 1200 ér GS Piloten - sie sind
einfach anders - ganz anders. Der GS Fahrer: "Habt ihr hinten im Lager noch Planen?" "Nein, wieso, es sind
doch alle Grössen und Ausführungen da?" antwortete ich. "Aber es steht ja nirgendwo GS 1200 ADVENTURE
drauf!" ..... Ahh so, sie brauchen Sonderplanen, Sonder Gepäcksäcke und auch sonst alles speziell nur für ihre
BMW GS. Das Beste war, als ein grosser beleibterer Herr in Feuerwehrstiefeln über der Hose und Tarnanzug
breitbeinig ca 3 m von meinem Tresen entfernt vor mir stand und plärrte: "Also ich brauche eine
deutsche Batterie für mein deutsches Motorrad !!" Ich übersetzte, nach kurzem Schlucken: "Also sie
wollen eine Varta Batterie für ihre 1200 er GS" spekulierte ich mit ziemlicher Gewissheit.
"Ja, genau - für die GS 1200 ADVENTURE" schob er nach. Ich: "Also jetzt müssen sie ganz stark sein, denn
die VARTA Batterien werden bestimmt seit 20 Jahren in China gebaut" "Waaas, auch so´n China Schrott"
prustete er empört, bis ich ihm den Aufdruck auf den Batterien zeigte. Ich weiter: "... und ihre GS..."
"Nein, die wird hier in Spandau gebaut" schrie er. "Ja, zusammen gebaut, die Teile kommen alle aus
China und Korea", wie ich von einem ehemaligen Schulkamerad, der da in der Forschung arbeitet, weiß.

Auch lustig war kürzlich ein GS Fahrer, der von seiner ADVENTURE erstmal nach rechts abstieg, wobei
er schon fast auf die Fresse fiehl. Das Motorrad war ein Tannenbaum, ich glaube es gab kein Touratech Teil,
was er nicht verbaut hatte an seiner MASCHINE. 2 Navis, GPS noch extra, Koffer vorne, hinten unten, es
sah aus, als ob er gleich zur dreifachen Weltumreisung antreten würde. Natürlich durften auch
die 4 Kameras nicht fehlen, damit er sich auch aus jeder Lage und Position filmen konnte, bei seiner Odysse.
Er kam zu mir in die Technik und fragte, wie er denn die Routepoints bestimmen und auch wieder
löschen könne, denn er hatte das Navi ja so günstig im Internet gekauft und da war ja gar keine deutsche Beschreibung drinnen gewesen ...(verstehe ich gar nicht). Ich half ihm trotzdem, dann wollte er noch
zwei grosse wasserdichte Säcke bei uns kaufen, damit es sich für mich
doch noch lohnt ... ????? Als er sie vorne an der Kasse bezahlt hatte, kam er wieder zu mir, ob ich ihm
die Säcke nicht bitte mal mit "Füllmaterial" ( Plastikfolie) voll machen könnte, damit es so aussieht, als ob
...

Da fehlten mir doch echt die Worte, obwohl ich ihm den Gefallen tat, er die Säcke dann aufschnallte und
der Sonne entgegen, den Weg zur nächsten Curry Wurst Bude filmend, in Richtung Spinnerbrücke
(Der bekannte Berliner Motorradtreff) entschlossen und abenteuerdurstig fortsetzte, wo ich ja öfters solche
gestylten GS Modelle, sehe. Fehlt nur noch das Dreck und Fliegenspray, was der fürsorgliche ADVENTURE
Fahrer ja natürlich immer in einem seiner grossen Seitenkoffer mit sich führen sollte, zum abendlichen Roundup.

Aber natürlich ist das sehr veralgemeinert,und bestimmt auch überzogen.
Es gibt schon eine handvoll GS Treiber, die auch wirklich
fahren können und die Beachtliches auf den Riesendingern, sogar offroad bewerkstelligen können.
Und auf jeden Fall gibt es auch genug sehr nette GS Fahrer, ich kenne auch Einige.

Aber mein persönlicher Fall sind diese Motorräder und die Einstellung der typischen GS Fahrer nicht.

 

Wie stehst du überhaupt zu modernen Enduros und welche gefallen dir heute ?

Also ich finde, das es den Grundgedanken der Enduro, ein leichtes, auch geländegängiges Motorrad,
womit man im Grunde vom täglichen "Zur Arbeit fahren", bis hin zur Abenteuerreise mit Offroadspaß
gar nicht mehr gibt, im herkömmlichen Sinne. KTM ist wohl noch einer der einzigen Hersteller, die noch
eine leichte Endurovariante anbieten, aber Alltags tauglich sind sie in keinem Fall, viel zu pflegeintensiv,
anfällig und teuer. Die neue AFRIKA Twin ist da eher wieder auf dem richtigen Weg, obwohl das auch
ein fetter Brocken ist. YAMAHA hat da in meinen Augen völlig versagt, ab 2017 gibt es keine XT Modelle
mehr, das erste Mal seit 1976, ist keine Einzylinder Enduro mehr im Programm zu finden - wie schlecht ist
das denn bitte ? Ja na klar man kann unter Euro 4 keinen grossen Single mehr konstruieren... Und KTM,
die können das und bringen sogar noch neue Zweitakter auf den Markt? Die XT 1200 Super TÉNÉRÉ
ist für mich ein tolles Reisemotorrad, aber weder eine TÉNÉRÉ, noch eine wirkliche Enduro, tut mir Leid.

Ich bin der Meinung, eine richtige Enduro braucht keine 100 PS, die übertriebene Leistung killt nur
die Reifen und im Grunde wird doch die echte Leistung ohnehin von allen technischen Helferchen
weggeschnitten. Mit heutigem Anti Schlupf, Anti Dive, ABS / Kurven ABS, Anti Wheelie, ARD, ZDF
und jeglicher elektronischer Überwachung, die den Fahrer im Grunde nur zu Passagieren macht
und zur Dummheit erzieht, wie in den Autos, wo ja mitlerweile auch fast jede Kiste eine elektronische
Einparkhilfe hat und bald keiner mehr selber am Lenkrad drehen muß, sich dafür aber endlich mehr
um sein geliebtes Handy kümmern kann. Die Handyfahrer sind sowieso meine erklärten Lieblinge.

Ein Satz, der vielleicht alles sagt zum Schluss: Wer sich, wie bei KTM neuerdings angeboten wird,
eine Berganfahrhilfe in seine Enduro einbauen lässt, der sollte es doch um Himmelswillen lieber sein
lassen, mit dem Endurofahren und besser etwas anders in seiner kostbaren Freizeit machen, ganz ehrlich.

Das sind für mich, wie besonders im Fall der KTM 1290 ADVENTURE und der BMW GS eher fahrende Laptops.

Darum und deshalb liebe ich meine alten Ladys um so mehr, die können noch was, oder ich muss ein
bißchen Etwas können. Sie machen mir immer noch Spaß uns kommen ja auch mitlerweile wieder
groß in Mode, denn das waren eben noch echt kernige Donnerbolzen, die so leicht nichts erschüttert.
Auch meine XT 660 Z von 2008, hat trotz der Einspritzung vieles von diesem Charakter der Alten.

Wo eben kein elektronischer Schnick Schnack ist, kann auch nichts kaputt gehen - ganz einfach !

 

YAMAHA Wird ja wohl nächstes Jahr die neue TÉNÉRÉ mit dem MT07 Motor bringen.
Was hälst du davon und wäre das eine Alternative für dich selbst?

Ich finde es natürlich sehr gut, das nun auch YAMAHA mal aus dem Tiefschlaf erwacht, eine schöne,
leichte Enduro mit satter Power, denn 75 PS würden völlig reichen, wäre schon eine Offenbarung.
Sie darf bloß nicht wieder zu schwer, zu fett werden - sportlicher und geländegängig wäre der richtige Weg.
Der MT 07 Motor ist ein tolles Kraftpaket mit schönem Druck aus dem Keller und Feuerwerk oben herum.
Noch dazu ist der Motor leicht, sehr robust und auch vom Verbrauch her, sehr sparsam. Das wird bestimmt toll.

Aber für mich selber kommt sie erstmal nicht in Frage, zum Ersten, weil ich gerade viel Geld in den Neuaufbau
meines 34 L Motors gesteckt habe und zum zweiten hat Bathi schon Recht, die nach Euro 4 zugelassenen
Motorräder dürfen kaum noch ein Geräusch von sich geben, was das Rallye Feeling auf der Neuen doch
erheblich einschränken würde - Klar andere Auspuffanlage ran, aber so einfach ist das alles nicht mehr,
wie früher. ABS und die ganze Elektronik, man kann kaum noch etwas selber machen und zum Dritten,
müsste ich dann meine XT 660 Z verkaufen, was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, da ich sie
mitlerweile doch sehr schätze und liebe - Eine tolle TÉNÉRÉ, besonders, wie ich sie mir gebaut habe.

Als ich Anfang des Jahres mal mit Gabys MT07 unterwegs war, weil ich sie aus dem Winterschlaf geholt
hatte, fand ich die Power und das gebotene Drehzahlband echt beeindruckend, aber vom Charakter her,
geht für mich eben nichts über so einen schönen Dampfhammer Einzylinder, der so schön mit
wunderschönemGrollen aus dem Keller schiebt. Es ist genau mein Ding - Eine Einzylinder TÉNÉRÉ.

Aber man soll ja nie, Nie sagen, wer weiß, was sich noch so ergibt.

 

Eine Frage noch zum Schluss: Du bist ja doch manchmal ziemlich forsch
in deiner Art, da hast du ja auch bestimmt oft Probleme mit, oder ?

Ja klar, manchmal schieße ich deutlich über das Ziel hinaus und viele Sachen sind auch nicht sooo gemeint,
wie ich sie dann so von mir gebe. Im Nachhinein tun mir auch so manche Äußerung Leid, und ich hätte doch
lieber den Mund gehalten, aber so bin ich nun mal. Man weiß eigentlich immer genau, woran man mit mir ist.

Ich habe da leider viel zu viel von meinem Vater mitbekommen, was ich ansich ja selber hasse.


Ich mag aber auch Leute nicht, die sich verstellen, vorne immer ständig lächeln und dannn hinten
rum aber genau das Gegenteil denken - Zu Allem Ja und Amen sagen.

NEIN, SO BIN ICH NICHT UND WERDE ES AUCH NICHT MEHR !

Ich vergleiche mich da auch immer mit so einer 34 L, oder 1VJ: mitlerweile Alt, nicht ohne Fehler, groß,
laut, etwas plump und altmodisch. Aber immer ehrlich, pünktlich, leistungsfähig und zuverlässig.

Eben DER TÉNÉÉR !

 

"I know, it´s only YAMAHA TÉNÉRÉ, but I like it !!!"

Ende TEIL 2

 

Text und Bilder: Ingo Löchert 7/ 2017

zur Navigation